{"id":351,"date":"2011-09-14T06:59:48","date_gmt":"2011-09-14T06:59:48","guid":{"rendered":"http:\/\/lockedinsyndrom.de\/?p=351"},"modified":"2011-09-14T06:59:48","modified_gmt":"2011-09-14T06:59:48","slug":"momo-und-kopfmaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lockedinsyndrom.de\/?p=351","title":{"rendered":"Momo und Kopfmaus"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Verdana, sans-serif;\"><em>Ein Erfahrungsbericht von Anama Fronhoff<\/em><\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/lockedinsyndrom.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/15.April-11-mit-Monitorbrille.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-352\" title=\"Anama mit Monitorbrille\" src=\"http:\/\/lockedinsyndrom.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/15.April-11-mit-Monitorbrille.jpg\" alt=\"Anama mit Monitorbrille\" width=\"384\" height=\"288\" \/><\/a><span style=\"font-family: Verdana, sans-serif;\">Bis zu meinem Hirnstamminfarkt mit nachfolgendem Locked-in-Syndrom war ich ein sehr kommunikativer Mensch, sowohl verbal als auch k\u00f6rpersprachlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, sans-serif;\">Nach dem Ereignis konnte ich mich \u00fcber ein Jahr lang ausschlie\u00dflich per Augenkommunikation deutlich machen. Zum Beispiel habe ich bei Ja die Augen ge\u00f6ffnet, ebenso bei dem Buchstaben im Alphabet, den mein Gegen\u00fcber angesagt hat. Nat\u00fcrlich hat das beiden Seiten sehr viel Geduld abverlangt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, sans-serif;\">Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, das meiste mit mir selber abzumachen. Das hei\u00dft, dass ich mich nicht mehr so viel mitteilen m\u00f6chte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, sans-serif;\">Trotzdem hat sich meine Kommunikation deutlich entwickelt. Durch viel Logop\u00e4die \u00fcber all die Jahre kann ich mittlerweile wieder leise sprechen, je nach Tagesform lauter oder leiser. Dazu beigetragen hat sicherlich mein Behindertenbegleithund Momo, der ausschlie\u00dflich auf mich h\u00f6rt und nicht, wie man denken k\u00f6nnte, auf eine laute Stimme. Das freut mich ungemein und hat auch f\u00fcr mich den positiven Effekt, dass ich an jedem Tag sprechen muss, ob ich will oder nicht. Viele Leute sind sehr \u00fcberrascht, einen Hund zu sehen, der auf meine Stimme reagiert. Zudem ist Momo eine Art Br\u00fcckenbauer, denn durch ihn kommen immer wieder Menschen in Kontakt zu mir, die sich ohne ihn entweder nicht getraut oder einfach keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch gesehen h\u00e4tten. Aber es gibt weiterhin einige, die denken, wegen meiner leisen Stimme k\u00f6nnte ich auch schlecht h\u00f6ren und verstehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, sans-serif;\">Ich lebe alleine mit einer 24-Stunden-Assistenz. Die Fluktuation ist relativ hoch und so habe ich fast jeden Monat einen neuen Assistenten in meinem kleinen Betrieb. Auch hierbei ist meine Stimme gefordert, weil ich dem neuen Assistenten trotz guter Einarbeitung in den ersten Diensten alles noch einmal haarklein erkl\u00e4ren muss.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, sans-serif;\">Ein weiteres Standbein in meiner Kommunikation ist der Computer. Dort kann ich alleine mit Kopfmaus und Bildschirmtastatur schreiben. So ist es mir m\u00f6glich, einen privaten Kontakt zu meinen Freunden zu haben. Am Telefon spreche ich nicht laut genug und zudem w\u00e4re es auch nicht privat, da immer ein Assistent bei mir ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, sans-serif;\">Mein K\u00f6rper ist nach wie vor gel\u00e4hmt, nicht aber meine Gesichtsmuskulatur. Im Gegenteil, meine Mimik ist sehr ausgepr\u00e4gt. Von je her konnte ich meine Gef\u00fchle nicht verheimlichen, man kann mir alles im Gesicht ansehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, sans-serif;\">Es hat sich also eine Menge getan in den vergangenen Jahren. Ich bin sehr froh \u00fcber die langj\u00e4hrige Therapie, die Hilfsmittel am Computer und nat\u00fcrlich \u00fcber die Kommunikation mit meinem \u201eHilfsmittel\u201c Behindertenbegleithund.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Erfahrungsbericht von Anama Fronhoff Bis zu meinem Hirnstamminfarkt mit nachfolgendem Locked-in-Syndrom war ich ein sehr kommunikativer Mensch, sowohl verbal als auch k\u00f6rpersprachlich. Nach dem Ereignis konnte ich mich \u00fcber ein Jahr lang ausschlie\u00dflich per Augenkommunikation deutlich machen. 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