{"id":124,"date":"2009-01-26T03:26:29","date_gmt":"2009-01-26T03:26:29","guid":{"rendered":"http:\/\/tausendhoch3.de\/Anama\/wordpress\/?p=124"},"modified":"2009-01-26T03:26:29","modified_gmt":"2009-01-26T03:26:29","slug":"osho-times-12009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lockedinsyndrom.de\/?p=124","title":{"rendered":"Osho Times 1\/2009"},"content":{"rendered":"<h2>mein zweites leben<\/h2>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"1\" cellpadding=\"2\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>&#8222;Entweder du k\u00e4mpfst gegen das Leben und leidest oder du versuchst es anzunehmen&#8220;, sagt Anama. Hier beschreibt sie f\u00fcr uns, was ihr geholfen hat ihre Behinderung anzunehmen und nicht gegen sie anzuk\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Denn: &#8222;Ich habe noch niemanden gesehen, der gegen das Leben gewonnen hat.&#8220;<\/td>\n<td>\n<h2><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.lockedinsyndrom.de\/media\/galerie\/fotos_bilder%20von%20mir\/2006-09-18%20--%20Anama%20und%20Momo.JPG\" alt=\"Anama und Momo\" width=\"100\" height=\"67\" \/><\/h2>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Von Anama<\/p>\n<p>Im Alter von 33 Jahren, im Jahre 2000, bin ich w\u00e4hrend des Darshans im OshoUIA Institut in K\u00f6ln umgefallen. So endete von einem Moment auf den anderen mein erstes Leben. Ich hatte einen Himstamminfarkt mit nachfolgendem Locked-In-Syndrom, also einen schweren Schlaganfall, nach dem ich ein Jahr lang nur die Augen bewegen konnte. Sprechen und Schlucken sowie jede Bewegung ging gar nicht mehr. Kurz vor dem Infarkt ging es mir mental sehr schlecht. Ich wollte so gerne innerlich frei werden, wusste aber nicht wie. Also bat ich Osho in meinem Innern, mir dabei zu helfen. Die M\u00f6glichkeit, dass ich mein Leben im Rollstuhl verbringen w\u00fcrde, hatte ich mir vorher nat\u00fcrlich nicht ausgemalt. Auf jeden Fall f\u00fchlte ich mich in den ersten zwei Jahren nach diesem Schicksalsschlag einfach nur bestraft und h\u00e4tte nie gedacht, dass ich diese Situation jemals f\u00fcr mich annehmen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Nichts war mehr wie vorher: ohne Beruf, ohne Wohnung, ohne Freund, ohne Motorrad, ohne Pferde, \u00fcberhaupt ohne jegliche Bewegung, ohne Zuversicht &#8230; einfach grausam. Als ich ganz unten war, lernte ich zum Gl\u00fcck Samarpan kennen. Zu Beginn war ich sehr misstrauisch, aber durch seine vielen E-Mails innerhalb der n\u00e4chsten zwei Jahre \u00e4nderte sich ganz langsam mein Blickwinkel auf das Leben. \u00dcberhaupt kommt er mir so vor, als w\u00e4re er ein Geschenk Oshos, so wie einige andere auch.<br \/>\nIch hatte das Gef\u00fchl, Osho h\u00e4tte mich unter seine Fittiche genommen. Samarpan hat mir gezeigt, dass es in jeder Angelegenheit zwei Seiten gibt: eine scheinbar positive und eine scheinbar negative. Durch ihn habe ich gelernt (und lerne immer noch) in der scheinbar negativen Seite das Positive zu sehen.\u00a0 Auf mein Leben bezogen ist es z.B.,so dass ich michjetzt eher \u00fcber kleine Sachen freuen kann und viel mehr Zeit mit mir und f\u00fcr mich verbringen kann. Weiterhin lerne ich unentwegt, bei mir zu bleiben, meine Gef\u00fchle zuzulassen und mich nicht mit blindem Konsum oder \u00c4hnlichem abzulenken.<br \/>\nObwohl ich vom Kopf her wusste, dass Luxusg\u00fcter mich nicht gl\u00fccklich machen w\u00fcrden, hatte ich mir so viel wie m\u00f6glich angeschafft, um ein gl\u00fccklicherer Mensch zu werden. Nat\u00fcrlich hat das nicht funktioniert. Heute lebe ich in meiner eigenen Wohnung, Assistenten unterst\u00fctzen mich vierundzwanzig Stunden pro Tag. Bei mir leben au\u00dferdem noch zwei Katzen und ein Langhaar-Collie namens Momo, ein eigens f\u00fcr mich ausgebildeter Behindertenbegleithund. Es erscheint fast wie ein Wunder, auf welch verschlungenen Pfaden dieser Hund zu mir gekommen ist. Anfangs schien das unm\u00f6glich zu sein &#8211; sowohl von der finanzierung her als auch daher, dass ich so leise spreche und mich nicht bewegen konnte. Aber ohne gro\u00dfe M\u00fche hatte ich nach zw\u00f6lf Wochen viele tausend Euro zusammen, zum Gro\u00dfteil durch Spenden, die auf Konzerten von Deva Premal und Miten gesammelt worden waren. Erstaunlich ist, dass Momo ausschlie\u00dflich auf mich h\u00f6rt, obwohl meine k\u00f6rperlichen Gegebenheiten auf den ersten Blick dagegen sprechen.\u00a0 Aber wenn das Leben sich f\u00fcr etwas entscheidet, dann richtet es das auch so ein, dass es funktioniert.<br \/>\nSo erstaunt es mich immer wieder positiv, wie gut das Leben f\u00fcr jeden von uns sorgt, auch wenn man das nicht auf den ersten Blick erkennen kann. Letztendlich hat man ja immer nur zwei Alternativen: Entwederk\u00e4mpft man gegen das Leben an und leidet, oder man versucht es anzunehmen und l\u00e4sst alles K\u00e4mpfen. So habe ich mich damals ganz pragmatisch daf\u00fcr entschieden, meine Behinderung m\u00f6glichst anzunehmen und nicht gegen sie anzuk\u00e4mpfen. Ich habe noch niemanden gesehen, der gegen das Leben gewonnen hat.<br \/>\nNat\u00fcrlich ist es nicht immer einfach. aber so ist das nun mal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mein zweites leben &#8222;Entweder du k\u00e4mpfst gegen das Leben und leidest oder du versuchst es anzunehmen&#8220;, sagt Anama. Hier beschreibt sie f\u00fcr uns, was ihr geholfen hat ihre Behinderung anzunehmen und nicht gegen sie anzuk\u00e4mpfen. 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